eis-mädchen
Schau wie sie geht, die Straße entlang,
in ihren neuen Stöckelschuhen.
Die Absätze dröhnen auf dem Asphalt,
strafen jeden, der ihr nachsieht mit einem Knall.
Schau wie sie sabbern bei ihrem Anblick,
als wäre sie ganz aus Gold.
Doch eigentlich ist sie aus Eis.
Innen und außen.
Schau wie sie in ihr Haus rennt,
als würde sie verfolgt.
Die Straße wendet sich ab von ihr
Und erledigt wieder die Arbeit.
Schau wie sie sich in die Ecke kauert,
allein in ihrem Zimmer.
Sie wartet nur und fürchtet sich,
als wäre sie allein.
Schau wie sie sich biegt und windet,
unter all den Schlägen.
Wie kommt es, dass niemand kommt,
wenn sie um Hilfe schreit?
Mein Glück
Ich sehe dich auf deinem Platz
Mein Atem stockt
Und mit einem Satz
Bin ich schon bei dir
Ich berühre dich sanft, ganz leicht
Mit den Fingerspitzen
Auf dass es mir niemals reicht
Dich wiederzufinden
Vorsichtig,
ganz sanft löse ich deinen Umhang, dein Kleid
dann liegst du vor mir und ich bin bereit
Ein Zittern strömt durch meine Hände
Mein Aufstöhnen durchdringt Wände
Länger kann man nicht mehr Zögern
Minutenlang gefleht
Voller Spannung erwarte ich ihn
Den Moment
Indem meine Lippen sich öffnen
Indem meine Zunge es spürt
Es schmeckt
Es berührt
Es erweckt
Warm einhüllt
Schmelzen
Wie zerschmelzen fühlt es sich an
Wie reines, süßen Glück,
mein Schokoladenstück
Copyright 2009 by Patricia Radda
Gewalt
Da hast du dein Gleichgewicht, ich bete laut und schnell,
geh mir bitte aus dem Licht, ich mag es lieber hell.
Da greifen mich deine Hände, glaubst du es gefällt mir?
Meine Augen tasten Wände, glaubst du ich schau zu dir?
Blutstriemen an meiner Haut, den Schmerz spür ich nur schwach
Warum schreist du denn so laut, erwartest du, dass ich lach?
Deine Hand um meine Kehle, und die lieben Sex so sehr,
Ach, du kleine, arme Seele, warte nur bis ich mich wehr.
Im meinem kleinen, dummen Kopf
Pack ich dich bereits am Schopf,
ich knall dich voll gegen die Wand.
Und brech mir dabei fast die Hand.
Du stöhnst dann nicht mehr vor lauter Lust
Kannst nur noch Weinen, wenn du musst
Ich seh das Blut an deinen Schläfen
Und denk mir: Ja, der passt in Häfn!
Doch so schnell gibst du nicht auf,
und während ich in die Küche lauf,
rappelst du dich wieder hoch,
Blut am Kinn, im Kopf ein Loch,
beweist mir, dass du stärker bist,
ohne nur die kleinste List.
Ich geh zu Boden, wimmer, kann nicht weiter,
du schlägst zu, wie immer, froh und heiter.
Doch ich hab schon ein Ass versteckt,
du wirst jetzt mit dem Messer erschreckt.
Weichst du zurück, soll es gut sein,
greifst du mich an, stech ich auf dich ein.
So, wie ich dich kenne, schlägt deine Hand nach mir,
So, wie ich mich kenne, schenke ich dein Leben dir.
Da liegst du dann blutüberströmt, rot auf weißer Fließe,
während ich tatsächlich um dich Tränen vergieße.
Aber das ist nur ein Traum, in Wahrheit liegst du auf mir,
eigentlich spür ich dich kaum, denn es gibt längst kein wir,
Ich schmecke nicht dich, nur die Verzweiflung lässt mir keine Luft,
du kriegst nicht mich, nur meinen Körper, meine Haare, meinen Duft,
und die mochte ich noch nie.
Copyright 2009 Patricia Radda