Mein Glück
Ich sehe dich auf deinem Platz
Mein Atem stockt
Und mit einem Satz
Bin ich schon bei dir
Ich berühre dich sanft, ganz leicht
Mit den Fingerspitzen
Auf dass es mir niemals reicht
Dich wiederzufinden
Vorsichtig,
ganz sanft löse ich deinen Umhang, dein Kleid
dann liegst du vor mir und ich bin bereit
Ein Zittern strömt durch meine Hände
Mein Aufstöhnen durchdringt Wände
Länger kann man nicht mehr Zögern
Minutenlang gefleht
Voller Spannung erwarte ich ihn
Den Moment
Indem meine Lippen sich öffnen
Indem meine Zunge es spürt
Es schmeckt
Es berührt
Es erweckt
Warm einhüllt
Schmelzen
Wie zerschmelzen fühlt es sich an
Wie reines, süßen Glück,
mein Schokoladenstück
Copyright 2009 by Patricia Radda
Sprachprobleme- ein kleines Wörterbuch
Mein Opa ist ein kluger Mann,
den man alles fragen kann.
Von Anfang an brachte er mir bei,
das Sprache nicht gleich Sprache sei.
Ich solle lernen schön zu reden,
dann zöge ich bald alle Fäden.
Deutsch heißt das, was wir in Österreich sprechen,
doch hier richtig Deutsch zu reden, wäre ein Verbrechen.
Die österreichische Sprache böte viele Wörter dar,
Verwenden!, wenn auch noch so sonderbar.
Für manche ist dies ein Stuhl, doch wir sagen Sessel hier,
erklärte mein Großvater als Erstes mir.
Und Erdäpfeln tun wir essen,
andere würden Kartoffeln fressen.
Du trinkst aus einem Heferl- nicht aus einer Tasse,
(Karotten sind ja nicht Möhren) -meint die Masse.
Immer wenn du sagst Tomate, meinst du eigentlich Paradeiser,
aber dieses falsch zu sagen, macht dich auch nicht weiser.
Ich zog nach Kärnten zu meinen Eltern Jahre später,
und, liebster aller Großväter,
was sagst du heute,
denn ich wäre leichte Beute.
In Kärnten sagens Stuhl und Kartoffel,
aber wenigstens nicht zu Patschn Pantoffel.
Für leiwaand habms gar kein Wort erfunden,
man muss den Satz mit lässig verwunden.
Aber kann ich dich vielleicht damit locken,
sie sagen auch nicht Windpocken,
dafür aber [Schoafplattan], dazu fällt mir nix ein,
Ein Tannenzapfen soll aber auch kein Bockerl sein,
Tschuatschn habens dafür als neues Wort,
Keine Angst, Opa, das Neuerlernte ist gleich wieder fort.
Mein liebes, teures Klagenfurt (2)
Wo Pferde und Kühe stehen
wo fast keine Winde wehen
(wo Minuten langsam vergehen)
da bin ich zu Haus.
Wo alle freundlich sind
wo jeder ein Zuhause find
(außer die noch nicht dort als Kind)
da bin ich zu Haus.
Wo ein jeder Stimmung macht
wo ein jeder immer lacht
(bis er den Hass entfacht)
da bin ich zuhaus
__
Alle zwei Stunden geht ein Bus
wenn ich mal was einkaufen muss
(20 km geht man ja doch nicht zu Fuß)
da bin ich zu Haus
Wo man ziemlich viel Kindergeld kriegt
wenn die „richtige“ Partei siegt
(dann ein jedes Versprechen zersiebt)
da bin ich zu haus
Jetzt hab ich den Führerschein endlich
(ohne gehts nicht, man suiziert sich
Kärnten, jetzt mag ich dich
denn da bin ich zuhaus.
Copyright 2008 by Patricia Radda
Mein liebes, teures Klagenfurt
Wo ane Pferd und Küa stehn
wo fost koa Wind wehn
(wod Minuatn longsom vergehn)
do bin i daham
Wo olle fraindli (sand) sind
wo a jeda a zhaus find
(außer de wos no ned do worn ois Kind)
do bin i daham
Wo a jeda Stimmung mocht
wo a jeda imma locht
(bis er nohan den Hass entfocht)
do bin i daham
__
Olle zwa Stund geht a Bus
wenn i amal wos einkafn muass
(20 km geht ma aa ned zur Fuas)
do bin i daham
Wo ma ziemli vü Kindagöld kriagt
wenn die „richtige“ Portei siagt
(nochand a jedes Vasprechn zasiabt)
do bin i daham
Jetzan hob i den Führerschein endli
(ohne gehts ned, ma suiziert si
Kärnten, jiezan mog i di
wö do bin i daham
Wortspiel
|
||