Der Soldat
Sieh ihn dir an
Jetzt liegt er da
Hat die Augen fest geschlossen
Kannst du die Blumen riechen,
die sie gleich auf sein frisches Grab werfen werden?
Sieh sie dir an
Jetzt stehen sie da
Und weinen bittere Tränen
Kannst du den Stolz spüren,
mit dem sie ihn der Erde zurückgeben?
Sieh es dir an
Jetzt ist es aus
Sein einst so frohes Leben
Kannst du die Erinnerungen hören,
die durch die Gedanken ziehen?
Sieh ihn dir an
Jetzt macht er weiter
Der Mensch, der den Krieg begann
Kannst du wirklich schmecken,
was du zwischen den Leichen verzehrst?
Sieh sie dir an
Jetzt kämpfen sie für ihn
Und für seine falsche Sache
Kannst du die Lügen glauben,
die er seinen Leuten erzählt?
Sieh ihn dir an
Jetzt ist er aus
Der letzte Krieg der Menschheit
Kannst du verstehen,
das es nie der Letzte sein wird?
Copyright 2009 Patricia Radda
Klippe
Nun steh ich allein
Auf meiner Klippe
Starre in einen Abgrund
Der nur mir gehört
Ich suche nicht den Tod
Denn er bedeutet Zerstörung
Ich suche nur den Frieden
Und den hab ich hier gefunden
Ich stehe allein
Auf dieser Klippe
Und der Wind streichelt mich
Er flüstert mir zu, dass ich kämpfen muss
Für eine bessere Zukunft
Wenn ich das mit meinem Tod kann
Dann soll ich jetzt springen
Und ich erhöre den Wind
Ich schreie meine Ideen in die Böhen
Und es entsteht ein Sturm
Irgendjemand wird es hören
Und dann fühle ich mich fallen
Alles wird gut
Und Fallen ist nur mehr bewahren
Copyright 2009 Patricia Radda
Abrechnung
Bedient euch aus meinem Sparschwein,
denn nur dort ist noch etwas Winziges versteckt.
Ich lebe nicht mehr im Glauben es sei mein,
denn ich arbeite nur für euch, das habt ihr längst entdeckt.
Ihr zahlt Millionen für Rauchverbot und Flugzeuge
Ich war zu jung, durfte nicht wählen,
jetzt wollt ihr, dass ich mich beuge
Will ichs wirklich wissen, soll ichs zählen
Wohin wie viel Geld verschwindet?
Vielleicht wäre es interessant
Wo man mein Geld dann wiederfindet
Andererseits ist es irrelevant
Weil ichs ja nicht wiederseh
Wie finanziert ihr Werbung für die Wahlen?
Von meinem Geld täte es mir weh
Der Schilderwald bereitet ja allen nur Qualen
Wenns nach mir ginge, machts wie die Briten
Die sind ja auch aufs Internet umgestiegen
Eure Ignoranz, eure traditonellen Riten
Kann man nur noch mit Abfall aufwiegen
Ihr passt auf mein Kärnten auf
So gut, dass ichs nicht mehr brauch
Und wenn ich mir was Neues kauf
Verpufft ihr dann im Rauch
Und ich merk mir dann,
dass es immer so sein wird, egal wo ich bin,
was der Politiker alles kann,
macht selten einen Sinn.
© Patricia Radda
Die Flut
Mach dir keine Sorgen, alles ist gut
Warte auf Morgen, friss deine Wut
Ohne genau Denken, ohne deinen Mut
Lass dich einfach lenken, trockne dein Blut
Lass es einfach zu, stocher nie in der Glut
Sei einfach nie du, bis sie über dich kommt, die Flut
Die Flut an Hass, die Flut an Ärger und Rachelust
Die Flut an Zweifel, an Gewissen, dass du etwas tun musst
Das Wissen, dass du brennst, wenn du nichts mehr sagst
Das Wissen, wenn du rennst, du noch immer daran nagst
Denk genau mit, und dann vergiss auf die Rache
Sieh genau hin, und verstehe was ich mache
Pass genau auf, und versuche die Sache
Wenn die anderen schreien, sieh zu wie ich lache
Wenn die anderen staunen, sieh zu wie ich erwache
Wenn die anderen fragen, sieh zu was ich entfache
Ich entfache die Flut
Die Flut an Hass, die Flut an Ärger und an der Last
Wird zu einer Flut an Zweifel, sieh was du getan hast
Wird zu Gewissen, wird zu denken, wird zu begreifen
Während die Gedanken sich wenden und abschweifen,
beginnen die anderen vielleicht zu verstehen,
vielleicht sich zu drehen
Mach dir nichts vor, eigentlich ist alles noch viel schlimmer
Ich seh es ein, aber was bringt es, wenn ich wimmer
Wie lange kämpfst du, kannst du es immer?
Nicht mehr lange, und dann schaffe ich es nimmer
Aber wenn du weiter machst, bleibt der Schimmer
Der Hoffnungsschimmer
Die Flut an Hass, die Flut an Ärger und an Rachelust
Verschwindet weiter, wenn du nicht mehr weißt, was du tun musst
Es bleibt die Hoffnung, dass auch nur ein einziger stärker ist,
dass nur einer nicht diese Kraft vergisst,
dann geht es weiter
© 2009 Patricia Radda
Deshalb
Unsere Kinder werden nicht mehr zu Musik tanzen
Sie weichen nur noch den Gewehrkugeln aus
Unsere Kinder werden nicht mehr singen
Sie schreien nur noch aus Angst
Unsere Kinder werden nicht mehr Klavier spielen lernen
sie hauen nur noch auf Computertasten ein
Deshalb singe ich jetzt
tanze ich jetzt
spiele ich jetzt am Klavier
damit dieses riesige dunkle Loch
mich nicht einfach verschlingt
Unsere Kinder werden nicht mehr lesen können
Sie bekommen von einer Maschine vorgelesen
Unsere Kinder werden nicht mehr schreiben lernen
Sie diktieren alles dem Computer
Unsere Kinder werden keine Geschichten mehr kennen
Sie haben niemanden der sich Zeit nimmt, um sie zu erzählen
Deshalb lese ich jetzt niemals laut
deshalb schreibe ich jetzt
und erfinde Geschichten
damit dieses riesige dunkle Loch
euch nicht einfach so verschlingt
Copyright 2009 by Patricia Radda